Mein Weg zur Morgenroutine

Mein Weg zur Morgenroutine… ja, was soll ich dazu sagen. Ich hab eeeewig gebraucht, bis ich eine gefunden hatte, die in mein Leben, meinen Alltag und zu den Mädels passt.
Ich nehm euch heute mal mit, wie ich meine dann doch endlich gefunden habe und welche Fehler ich gemacht habe.
Aufmerksam auf Morgenroutine bin ich geworden durch das Buch „Die magische Küchenspüle“. Da geht’s, wie der Name schon vermuten lässt, ums putzen. Mach ich ja eh so wahnsinnig gern (Ironie off). Das Buch kann ich jedem Putzmuffel nur empfehlen und dafür bekomm ich kein Geld.
Der Sinn dahinter: du machst jeden Morgen die selben Handgriffe, so lange, bis dein Gehirn gar nicht mehr anders kann, als sie jeden Morgen auszuführen. Natürlich ist das neurologisch jetzt sehr vereinfacht ausgedrückt, aber im Grunde geht es genau darum. Und da das Gehirn nunmal eine Weile braucht, bis es neue Verhaltensweisen für sich verinnerlicht hat, sollst Du das mindestens 30 Tage am Stück machen. Im Buch wird ausdrücklich darauf hingewiesen, nicht zu viel zu wollen. Lieber langsamer und dafür gründlich und überschaubar. Und so strukturiert, dass man in ca 15 Minuten fertig ist.
Langsam und wenig liegt aber leider nicht in meiner Natur. Also, direkt Vollgas alle unliebsamen, aber notwendigen Putzarbeiten direkt morgens abarbeiten, dann ists erledigt und nervt mich nicht mehr übern Tag: also Plan gemacht. Schön zum abhaken, damit das Gehirn auch gleich Erfolgserlebnisse sieht. Waschbecken putzen, Spülmaschine ausräumen, Bett machen, Maschine Wäsche tauschen und Wäsche aufhängen, abhängen, zusammen legen und wegräumen (weil, ich will ja dann direkt alles fertig haben und wenns dann schonmal in der Hand ist... ihr wisst was ich meine.)
Ich hab natürlich parallel geschaut, was andere so in ihre Morgenroutine integrieren. Da stand Journaling, Meditation, Yoga, ein Spaziergang in der Natur direkt auch noch auf der ToDo Liste. Man merkt, das wird mit den 15 Minuten jetzt schon eng. Energiereiches Frühstück, selbstgemachtes Essen für unterwegs, um Geld zu sparen und eine ToDo-Liste für den restlichen Tag erstellen, standen auch noch auf der To-Do-Liste für die Morgenroutine und mir wird grade nur vom Schreiben des Ganzen schwindelig.
Und dann kam irgendwann die Erkenntnis, dass da ja auch noch ein Kindergartenkind/ Schulkind fertig gemacht werden will. Gut, da wurde es dann tatsächlich sportlich, es sei denn ich wollte um vier Uhr aufstehen und auf zwei Stunden Schlaf verzichten. (Was ich tatsächlich versucht habe. Aber Schlaf ist bei mir dann doch nicht verhandelbar). Und ich war da ja auch noch nicht soweit fertig und angezogen, dass ich mich auf die Straße getraut hätte, geschweige denn zur Arbeit.
Ich hab das aber durchgezogen. Länger sogar als die angedachten 30 Tage. Hab mir quasi wöchentlich mehr auf meine morgendliche ToDo Liste gesetzt. Und war um sieben schon bereit für Feierabend. Irgendwo hatte ich den Pfad der Entlastung verloren und fand mich auf ner dreispurigen Autobahn wieder.
Was habe ich also gemacht: Ich hab mich bitterernst hingesetzt und überlegt, was ist denn Morgens für mich und die Große (da waren wir noch zu zweit) absolut notwendig und nicht wegzurationalisieren
1.       Wir brauchen alle Nahrung bevor wir die Wohnung verlassen
2.       Wir brauchen alle Nahrung für unterwegs
3.       Der Hund braucht nen ausreichenden Spaziergang
4.       Alle sollten sauber und angezogen sein, wenn wir in den jeweiligen Institutionen ankommen
Das sind die Handgriffe, die jeden Morgen ausgeführt werden und die in eine ordentliche Struktur gebracht werden wollten.
Und mehr habe ich dann tatsächlich gar nicht mehr gemacht. Ich habe geschaut:
Wie kann ich die Aufgaben in eine für uns passende Reihenfolge bringen (die Große macht sich schon fertig, während ich ihr Frühstück zaubere. Sie genießt ihr Frühstück morgens gerne und nimmt sich Zeit. Was nicht geht, wenn sie sich erst nach dem Frühstück fertig macht und ich dann ständig erinnern muss, doch endlich fertig zu werden, weil sie muss doch noch…)
Wie kann ich mir Handgriffe vereinfachen ( Brotdosen immer am selben Platz, mehr einfaches Fingerfood, als aufwändige insta-fähige Brotdosen)
Wie kann ich die Aufgaben für das Mädchen morgens so gestalten, dass sie möglichst viel selbst machen kann und so wenig wie möglich machen muss. (In den Tagklamotten schlafen gehen ist eine von mehreren Notfall-Optionen die ich sehr empfehlen kann, wenn man mit absoluten Morgenmuffeln zusammen lebt.)
 
Und das wars.
Natürlich wird die Routine regelmäßig angepasst. Da kam das Baby noch dazu.  Die Große macht immer mehr Sachen selbstständig, was mir Kapazitäten für andere Sachen lässt. Wenn ich eine Phase habe, in der der Rücken schmerzt, wird tatsächlich die Yogaeinheit morgens wieder integriert.
Aber alles immer unter der Devise: Es darf einfach einfach sein.